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Dienstag, 17. März 2015

Ruta 40-Susques


Als wir heute Morgen aufwachten, habe ich mit Spannung die WoMo-Türe geöffnet. Es hatte auch in der Nacht noch mehrere Stunden geregnet und ich wusste nicht, was mich erwartet. Wir standen immerhin am Rand eines Flussbettes, eine Todsünde für jeden Camper, aber wir haben immer wieder gelauscht, ob draußen Wasser sprudelt.


Vorab: Es war absolut wolkenlos, aber der ganze Boden war matschig und aufgeweicht. Wir haben es deshalb vorgezogen, drinnen zu frühstücken, um nicht die Stühle zu versauen, die 5 Zentimeter tief eingesunken wären.

Die Innentemperatur im WoMo betrug 6,2 Grad, draußen waren die Regentropfen auf der Motorhaube noch gefroren. Die Nachttemperaturen haben zumindest den Vorteil, dass wir den Kühlschrank eigentlich nicht brauchen, da das ganze Zeug noch eiskalt war. Wir kriegen den auf Gas nämlich immer noch nicht zum Laufen und die Zweibatterie ist bei Kühlschrankbetrieb nach 2 Stunden ratz-fatz leer, was wir auch nicht brauchen können, weil sonst die Wasserpumpe und die Beleuchtung nicht mehr funktioniert.

Mit dem frischgewaschenen Himmel war um uns rum eine Traumlandschaft. Es hatte sämtliche Berge frisch gepudert. Die Schneegrenze dürfte nur wenige Meter über unserem Schlafplatz gelegen haben.

Durch den langanhaltenden Regen hatte ich Bedenken, ob die Ruta40 weiter befahrbar ist. Überall liefen Bäche über die Straße, die am Vortag noch nicht vorhanden waren.





Wir schon erwähnt war die Landschaft durch die klare Luft einfach traumhaft. Überall rannten Nandus herum (da kommen noch ein paar Bilder) …



 …und irgendwelche Hasengetiere, Vizcachas genannt, die zur Familie der Chinchillas gehören. Die hüpfen nur auf den Hinterpfoten, aber damit rasend schnell den Berg hinauf.
Dazu natürlich die Lamas und viele Vicunas.






Nach eineinhalb Stunden kamen uns die ersten beiden LKW entgegen und zerstreuten damit meine Bedenken, dass die Straße in Richtung Susques eventuell durch den Regen der vergangenen Nacht irgendwo unpassierbar ist. Bis dahin hatten wir kein einziges Fahrzeug auf der Ruta 40 gesehen.







Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit in den ersten 2 Stunden betrug höchstens 20 km pro Stunde, zum einen wegen der vielen Fotostopps, zum anderen wegen des Straßenzustands. Die Piste ist teilweise sehr rau und an manchen Steilstücken ist wirklich Schritttempo angesagt. Durch den Regen war es stellenweise matschig und alle paar hundert Meter liefen Bäche über die Straße.


Schon gegen 11.00 Uhr kamen wieder die ersten Wolken, was aber in dieser Gegend völlig normal ist. Morgens ist alles wolkenlos, gegen Mittag bauen sich die Wolkentürme auf und am Abend gewittert es.






Da sich unser Auto auf der Allradstrecke richtig viel Sprit gönnte haben wir uns entschlossen, noch einen Abstecher nach Susques zu machen, weil es dort noch eine Tankstelle gibt. Wir hätten von hier aus auch direkt in Richtung Jama-Pass fahren können.


Hier haben wir auch zum ersten Mal 2 richtig grüne Papageien gesehen, die Bilder sind allerdings schlecht, weil sie aus dem fahrenden Auto durch die Frontscheibe fotografiert sind. Bis wir auf Höhe der Biester waren, waren sie immer schon weitergeflogen.



Die Strecke nach Susques lässt sich auf einigen kurzen Abschnitten nahtlos in die Reihe „gefährlichste Straßen der Welt“ einordnen. Die Fahrbahn war manchmal nur noch knapp 3 Meter breit, links tiefe Gräben vom Wasser und rechts ging es 100 Meter runter in die Schlucht und auch dort brach die Fahrbahn immer wieder ab.

Susques selbst ist ein ärmliches Dorf auf 2750 Metern Höhe. Es gibt da wirklich nichts und schon gar keinen Campingplatz. Die Ortstraßen bestanden aus schlammigen Pfützen und so sind wir, nachdem, wir die Kirche fotografiert haben, direkt zur Tankstelle gefahren.

Die hatte allerdings nicht unser gewünschtes Diesel. In Argentinien gibt es immer 2 Dieselsorten, einmal „Diesel Euro“ – das ist das, was wir brauchen – und Gasoil, vermutlich irgendein Schweröl.

Der Tankwart hat uns aber netterweise darauf hingewiesen, dass 4 km weiter auf dem Weg zum Jama-Pass noch eine Tankstelle ist und die hat unsere gewünschte Sorte.


Da haben wir dann unseren bisher teuersten Sprit in Argentinien getankt. Normalerweise kostete der Liter immer so um die 12,25 Pesos, hier dann 15,70 Pesos.

Da neben der Tankstelle auch noch ein Restaurant war, wollte ich noch einen Kaffee trinken. Dabei haben wir festgestellt, dass das Lokal recht nett ist und haben gefragt, ob wir daneben übernachten dürfen. Sie haben sofort gesagt, dass dies kein Problem sei und wir auch den Strom einstecken können und das alles zum Nulltarif. 

Außerdem hatten sie angeblich WiFi und wir hatten auch volles Signal, kamen aber leider den ganzen Abend über nicht ins Netz, so dass der Blog ein weiterer Tag warten musste.
So hatten wir nach 2 Tagen Buschcamping mal wieder ordentliche Toiletten, Duschen konnten wir bei der Tankstelle nebenan für 15 Pesos  und haben es natürlich auch ausgenutzt und sind am Abend essen gegangen. Das was wir von der Karte bestellen wollten, hatten sie zwar nicht aber satt geworden sind wir trotzdem und es war gut.

Grüße

Ps.: Ich muss eigentlich nicht erwähnen, dass es während des Abendessens rundherum blitzte und donnerte, da wir das ja jeden Tag haben. Es wäre wahrscheinlich einfacher zu schreiben, wenn es  mal einen richtig schönen, warmer Abend ohne Wind und Gewitter hätte.

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