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Mittwoch, 4. März 2015

Ischigualasto-San Florentina

Der Geier ist noch von gestern Abend, als es recht schön aber windig war.


Heute Morgen dann dieses Bild. Dicke schwarze Wolken und nur vereinzelt ein paar Sonnenstrahlen. Der Tankwagen kam ganz früh und füllte den Dieseltank des Nationalparks.
Kurzzeitig war dann bei der Abfahrt der Himmel in Richtung Nationalpark fast blau.
In Richtung der Gebirge aber das gleiche Bild wie gestern, tiefhängende Wolken und wahrscheinlich auch weiterer Regen, weshalb zu vermuten ist, dass Tampalaya auch heute geschlossen ist.
Unterwegs gab es dann nur noch vereinzelt ein paar Sonnenstrahlen. Die Temperatur lag aber den ganzen Tag zwischen 25 und 30 Grad.
Wie mit dem Vermieter abgesprochen, haben wir die Karre über eine halbe Stunde lang im 3. Gang mit fast 4000 U/min über die Landstraße gescheucht. Das tut in den Ohren weh und hat, wie erwartet, nichts gebracht. Mit war dann auch das Benzin zu schade und ich habe das sinnlose Freibrennen des Motors eingestellt.




Da wir die ursprünglich geplante Strecke - die Ruta 40 von Villa Union nach Nonogasta - wegen einer Sperrung nicht fahren konnten, sind wir vom Nationalpark aus die N 76 und dann die N 150 nach Patquila gefahren und von dort dann über die N74 nach Chilecito. Hier in  Patquila haben wir am Busbahnhof einen Kaffee getrunken. Da es auch hier, wie an fast allen öffentlichen Plätzen, kostenlose W-Lan gab, habe ich dem Vermieter das Ergebnis unserer Bewegungsfahrt mitgeteilt und warte jetzt auf eine Nachricht, wo wir den vermutlich defekten Sensor ersetzen können.


Hier mal wieder eine der Kultstätten am Straßenrand, Difunta Correa genannt.
Da es heute eh nicht viel zu schreiben gibt, hier mal die Legende und was es damit auf sich hat:

Im Jahr 1841, während der Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier tobte, hatten diese in dem kleinen Ort namens Caucette südlich von San Juan einige einheimische Männer verhaftet. Sie trieben sie unter Leitung des berüchtigten Facundo Quiroga in strammen Fußmärschen in Richtung Norden. Ein Mann namens Audilio Correa war unter diesen Gefangenen und seine Frau María Antonia Deolinda y Correa hatte erst vor kurzem entbunden. Verzweifelt nahm sie ihren Säugling und folgte ihrem Mann, immer auf den Spuren der Gefangenen und ihrer Wärter. Doch sie kam nicht weit in der wüstenähnlichen Landschaft, in der es kein Wasser gab. Nach nur 34 Kilometern Fußmarsch brach sie dann schließlich zusammen, verdurste und starb. Difunta Correa heißt übersetzt: die tote Correa, wobei Correa der Familienname ist und nicht, wie oft behauptet, mit Riemen oder Band übersetzt wird.

Wenige Tage später wurde sie von einigen Gauchos tot nahe Vallecito gefunden, einem kleinen Tal in der Nähe von San Juan. Doch ein Wunder war geschehen, denn ihr Kind lebte noch und trank Milch aus der Brust seiner toten Mutter. Die gläubigen Kuhhirten errichteten an der Fundstelle einen Altar und begruben Dolinda Correa auf dem Hügel, an dessen Fuße sie gestorben war. Dann verkündeten sie überall, was geschehen war.
Seitdem haben Generationen an dieser Wallfahrtsstelle und an kleinen Altären im ganzen Land um Hilfe gebeten. Vor allem die LKW-Fahrer verehren die Difunta Correa, da sie Schutzheilige der Reisenden ist. Und die Hilfe kam und kommt auch wohl auch heute noch. Jedenfalls glauben auch viele moderne Argentinier an ihre wunderbare Kraft, bringen der Difunta ihre Gaben und legen mit Wasser gefüllte Flaschen für die Verdurstete an den Schreinen nieder. Hier wird das traditionelle Frauenbild verehrt, nämlich das einer treuen Frau, die ihrem geliebten Manne folgt, und das der sich aufopfernden Mutter.

Und mit dieser Legende lassen sich Plastikflaschen mit richtig gutem Gewissen am Straßenrand entsorgen.




Ca. 40 km vor Chilecito beginnen rechts und links der Straße riesige Olivenhaine, die derzeit mit Vollerntern abgeerntet werden. Wie das genau funktioniert, konnte man auf die Entfernung nicht richtig sehen, aber es hagelte und schepperte und irgendwie kriegt der die Oliven vom Baum.
Hier in Nonogasta wären wir eigentlich an dieser Tankstelle rausgekommen, wenn wir die Ruta 40 hätten nehmen können.
Ca. 13 km hinter Nonogasta ist Chilecito, die zweitgrößte Stadt im Norden mit ca. 50.000 Einwohnern.
Hier ist eine historische Drahtseilbahn, mit der früher das goldhaltige Gestein aus den Minen im Gebirge aus 4400 Metern Höhe über 34 km in die auf 1074 Höhenmeter gelegene Stadt transportiert wurde. Sie ist allerdings seit 1926 außer Betrieb.
Obwohl Chilicito eine "große" Stadt ist hindert das hier niemand daran, eine ausgiebige Siesta zu machen. Als wir gegen 16.00 Uhr ankamen, war alles zu. Wir haben dann 2 Polizisten nach einem Supermarkt gefragt, aber auch die machen nicht vor 17.00 Uhr wieder auf.
Wir haben uns deshalb den Weg zu einem Campingplatz im 5 km entfernten San Florentina erklären lassen und sind jetzt hier. Wir versuchen dann halt morgen früh, was einzukaufen.

Das auf dem Bild ist unser modernes Waschhaus hier. Sieht aber schlimmer aus, als es ist. Innen ist alles sehr sauber. Ach ja, und WLAN gibt es auch, zwar nicht vom Campingplatz aber ein öffentliches Netz der Gemeinde, das superschnell ist. Für den Campingplatz hier mussten wir umgerechnet 3,50 € bezahlen.

Grüße

1 Kommentar:

  1. Hallo Ihr Beiden,

    ich lese weiterhin mit Begeisterung hier mit.
    Die Probleme mit dem Auto hören sich ja gar nicht gut an. Sowas braucht man im Urlaub ja wirklich nicht.
    Und mit dem Wetter scheint Ihr auch nicht so das grosse Glück zu haben.

    Ich halte Euch auf jeden Fall die Daumen, dass es langsam besser wird, sowohl das Wetter, als auch die Probleme mit dem Auto.
    Und werde Euch weiterhin begleiten.

    LG
    Beate

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