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Donnerstag, 16. April 2015

Cienfuegos-Trinidad


Das hier ist die Villa Azul, in der wir die vergangene Nacht verbracht haben. Von dem gestrigen Gewitter war am Morgen nichts mehr zu sehen.

Wir sind nach dem Frühstück in die Innenstadt gefahren und haben uns, wie es uns im Hotel empfohlen wurde, am Hauptplatz einen Parkplatz gesucht. Die Innenstadt ist nahezu überall Top-renoviert und sieht richtig schick aus.



Da wurde ich dann von einem kleinen Strolch richtig clever abgezockt. Wir hatten noch nicht mal eingeparkt, da stiefelte einer an. Er hatte um den Hals einen eingeschweißten Ausweis hängen und eine Geldtasche am Gürtel. Den Ausweis hob er mir direkt vor die Nase und sagte, dass die offizielle Parkgebühr hier 2 CUC beträgt. Das war nur insoweit etwas unüblich, da wir schon mehrfach 1 CUC bezahlt haben und da Cienfuegos ja eine Touristadt ist, waren 2 CUC durchaus noch im Rahmen.

Da ich nur einen 5 CUC-Schein hatte verdrehte er die Augen und kramte umständlich in seiner Geldtasche, um mir die 3 CUC zurückzugeben. So weit, so gut. Er betonte dann auch, dass er selbstverständlich auf die Autos die hier parken aufpasst.


Wir haben dann unseren Stadtrundgang gemacht von dem es hier ein paar Bilder gibt. 



Weil wir noch Zigaretten kaufen wollten, sind wir in verschiedene Geschäfte gerannt. Hierbei ist uns zum ersten Mal richtig aufgefallen, dass nahezu alle Läden hier ein völliges Gemischtwarensortiment haben. In einer verschlossenen Glastheke, die immer von mindestens einer Verkäuferin bewacht wird, gibt es Kosmetika und Zahnbürsten. Ich wollte mir eigentlich noch einen Rasierer kaufen, wurde aber nicht fündig. Im gleichen Laden gibt es dann auch Farbe (wenn man Glück hat eine Sorte), ein paar Elektrogeräte, ein paar Werkzeuge und was weiß ich noch, aber nie irgendeine Auswahl und vor allem viele leere Regale.

Alle Läden stehen brechend voll mit Leuten die einfach schauen, was gerade da ist und dann entscheiden, was sie vielleicht irgendwann mal brauchen könnten. Irgendwie hat das schon noch was von DDR.


Die Zigaretten, die wir wollten, haben wir auch nicht gefunden, so dass wir gegen 11.00 Uhr zurück zu unserem Fahrzeug sind. Von unserem „Parkwächter“ war weit und breit nichts mehr zu sehen.






Wir hatten heute ja richtig Zeit, da die Tagesetappe nach Trinidad sowieso nur 75 km betrug. Deshalb haben wir uns auch für einen kleinen Umweg durch die Provinz über die Montanas de Guamuhaya entschieden, zumal die übliche Check-In Zeit in den Hotels hier 16.00 Uhr ist und man, wenn man früher da ist, meistens auf das Zimmer warten muss. Man muss dazu aber auch sagen, dass man in den Hotels auch eine Check-Out Zeit von mindestens 12.00 Uhr hat, teilweise sogar 14.00 Uhr.

In einer der ersten Ortschaften hinter Cienfuegos in Guaos haben wir dann Verkehrsregelung auf kubanisch kennen gelernt. Die Durchgangsstraße war mit einem Seil abgesperrt, da weiter hinten 2 Kranwagen irgendwelche Strommasten stellten. Als wir ankamen, standen vielleicht 5 bis 6 Autos vor uns und wollten links abbiegen. Dort kamen aber rückwärts immer mehr Autos aus der Straße gefahren, weshalb gar nichts mehr ging. Nach einiger Zeit hörten die Rückwärtsfahrer auf und dann kam LKW an LKW vorwärts aus dieser Straße. Als es die erste Lücke gab, setzte sich unsere Schlange in Bewegung und wie nicht anders zu erwarten war die Umleitungsstrecke einspurig und nach wenigen Metern stand wieder die ganze Schlange vor dem Gegenverkehr und nichts ging mehr. Da wir Zeit hatten, fanden wir das ganz amüsant und irgendwie ging es dann auch mal weiter, nachdem dieses Mal die andere Schlange komplett rückwärts musste. Das hätte alles wesentlich einfacher funktioniert, wenn jemand ein bisschen Verkehr geregelt hätte aber das ist wohl der deutsche Pedant, der da durchkommt, hier hupt und mault man und irgendwann ist man auch durch.


Die weitere Strecke nach Trinidad war dann wieder sehr unspektakulär. Das einzige, was für uns neu war, war dieser Baum mit so komischen Schneeballen dran, den wir vorher noch nie gesehen haben.



Bei Hanabanilla haben wir einen Kaffee mit diesem schönen Ausblick auf die Seen darunter getrunken. Hier in der Provinz kosten dann ein Kaffee und ein Fanta mal gerade so 1,50 CUC.

Hier kam dann auch die endgültige Erkenntnis, dass die kleine Ratte in Cienfuegos mich abgezockt hatte. Als ich die 1,50 bezahlen wollte, habe ich großzügig 2 der 3 Münzen, die er mir gegeben hatte, auf den Tresen gelegt, worauf die Dame den Kopf schüttelte und meinte, das seien CUP und keine CUC. CUP ist die ursprüngliche kubanische Landeswährung, die im Verhältnis 26:1 steht, also 26 CUP sind 1 CUC. Kurz und gut, der kleine Strolch hat mir statt 3 Euro ungefähr 10 Cent rausgegeben was erklärt, warum er sich anschließend vom Acker gemacht hat, weil er ja nicht wissen konnte, ob ich Trottel das noch in Cienfuegos merke.

Wir verbuchen die 5 CUC als Lehrgeld, weil wir zwischenzeitlich aus sicherer Quelle wissen, dass das Parken am Hauptplatz in Cienfuegos absolut kostenlos ist. Da wir erst rund 50 km von dort entfernt waren, habe ich mir ernsthaft überlegt, zurückzufahren und dem kleinen Schei…er die Hammelbeine langzuziehen. Ich trete diesen Anspruch nun aber an den nächsten, der an den Hauptplatz kommt, ab. Der darf ihm für 5 CUC die Ohren langziehen.

Trotz trödeln waren wir gegen 14.30 Uhr schon im Hotel in Trinidad und mussten natürlich wieder mal auf unser Zimmer warten. Die Anlage dort ist riesig und unheimlich weitläufig, so dass man richtig unterwegs ist, bis man vom Zimmer an den Pool kommt. Hier hatten wir 2 Übernachtungen und auch ausnahmsweise das Abendessen dabei, was uns aber nichts genützt hat.


Wir waren gegen 16.00 Uhr kaum im Zimmer, als es C. sterbensschlecht wurde. Sie wollte nur noch liegen, weshalb wir das Abendessen sausen ließen und auch am 2. Tag in Trinidad absolut nichts unternehmen konnten, da sie auch da den ganzen Tag nur rumhing und die Nähe einer Toilette irgendwelchen Freizeitaktivitäten vorzog.


Deshalb gibt es für den 17.04., also unserem 2. Tag in Trinidad, auch kein einziges Foto und für diesen Tag keinen Blogbeitrag. Ich bin da nur mal kurz in die Stadt gefahren, habe am einzigen Geldautomaten ein bisschen Bargeld geholt und danach noch für 30 CUC Benzin ins Auto getankt. Der Versuch, ein Stück Schokolade zu ergattern, weil C. darauf Lust hatte, schlug kläglich fehl. Auch in Trinidad gab es nur die schon beschriebenen Gemischtwarenläden mit wirrem Angebot, wozu Schokolade eindeutig nicht gehört.

Grüße 

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