Dieses Blog durchsuchen

Per E-Mail verfolgen

Samstag, 21. März 2015

Tatio Geysire-Calama

Schon kurz vor 7 Uhr, es war noch stockfinster, wurden wir vom Motorengebrummel der Busse geweckt, die im Konvoi eintrudelten. Als wir aus dem WoMo spähten, waren wir rundrum schon komplett zugeparkt.
Natürlich haben wir uns beeilt und sind hinter den Bussen aufs Geysirfeld gefahren, weil wir den Sonnenaufgang nicht verpassen wollten. Das war allerdings ein Fehler, weil wir noch ewig in der Eiseskälte warten mussten, bis sich der erste Sonnenstrahl zeigte.

Im WoMo hatte es beim Aufstehen um die 4 Grad, draußen geschätzt -5 Grad. Bevor wir losfahren konnten, mussten wir erstmal die Frontscheibe per Motorwärme enteisen, weil Eiskratzer nicht zur Standardausrüstung gehören.
So standen wir also frierend mit weiteren 300 Leuten da und warteten auf die Sonne und vor allem darauf, dass die Geysire richtig losspucken.
Ach, was ich fast vergessen hätte, der Nebel und die Wolken vom Vorabend waren verschwunden.

Die Sonne ließ sich richtig Zeit, weil sie um diese Jahreszeit genau hinter dem höchsten Berg aufgeht.




Während des Wartens wollte ich noch einen Touri-Bus aus dem Matsch ziehen, der nicht mehr weiterkam. Es scheiterte an der Befestigung des einzigen Abschleppseils, das der Fahrer auftreiben konnte, weil es so dick war, dass es nicht durch unsere Abschleppöse passte. Erst als ein großer Bus mit einer größeren Öse kam, konnte es weitergehen.
Dann kam endlich um 08.20 Uhr die Sonne über den Berg, schien aber zunächst nur die umliegenden Berge an, wir standen immer noch im Schatten und es ging ein eisiger Wind.
Endlich dann, um 08.45 Uhr, bekamen auch wir Sonne ab und schon wenige Minuten später konnte man die dicken Winterjacken ausziehen. Der Wind blieb allerdings kalt, so dass man die Sweatshirtjacke immer noch vertragen konnte.
Die Geysire selbst waren relativ unspektakulär. Als wir 2011 hier waren, hat es an viel mehr Stellen gebrodelt und die Dampfsäulen waren um ein Vielfaches höher.
Die Busse waren um 09.00 Uhr schon alle verschwunden, worauf wir uns erstmal ein Frühstück gemacht haben.
Gegen 11.00 Uhr sind wir dann vom Geysirfeld in Richtung San Pedro weggefahren. Nach 10 km gibt es einen Abzweig nach Calama durch die Prärie.
Die Straße war auf den ersten 2 Kilometern extrem schlecht und wir haben gesagt, dass wir unter diesen Bedingungen wohl heute nicht mehr ankommen. Sie wurde dann aber schnell deutlich besser und man kam flott voran.

Bereits um kurz nach 11.00 Uhr schoben sich die Wolken über die Berge, heute deutlich früher als in den letzten Tagen.
Man sah auch deutlich, dass wir noch über einer dicken Wolkendecke waren und haben schon befürchtet, bei der Abfahrt nach Calama, das nur auf 2250 Höhenmetern liegt, wieder in den Wolken zu versinken.
Es blieb aber dann den ganzen Weg über schön.
Ein großer Abschnitt der Straße war über mehrere Kilometer durch Überschwemmungen der letzten Tage stark in Mitleidenschaft gezogen. Teilweise lagen auch große Felsbrocken mitten auf der Straße, die man umkurven musste.
Wir haben dann noch einen 11-km Abstecher nach Chiu-Chiu gemacht, weil der Ort eine schöne Kirche hat, die allerdings zu war.

Laut unserer Karte müsste Chiu-Chiu eigentlich genau an der Straße liegen, auf der wir kamen, aber dem war nicht so. Die Straßenkarte von Chile, die wir haben, ist die neueste Ausgabe von 2014, aber eigentlich stimmt darin nicht viel. Viele Straßen sind gar nicht eingezeichnet. Da wo Straßen eingezeichnet sind, gibt es keine. Das war aber 2011 mit der damaligen Karte genauso und scheint wohl normal zu sein.




Von Chiu-Chiu aus sind wir weiter nach Calama gefahren. Von der Strecke gibt es keine Bilder, weil es absolut nichts zu sehen gibt.
In Calama haben wir in einem supermodernen Shopping-Center mal einen Großeinkauf für die nächsten Tage, in denen wir wieder in der Prärie (vermutlich ohne Internet) unterwegs sind, gemacht. So einen gut sortierten Supermarkt hatten wir auf der ganzen Reise noch nicht.
Nach dem Einkaufen sind wir direkt auf den Campingplatz Casas del Valle in Calama gefahren, der ganz in der Nähe des Supermarktes ist und der 15000 Pesos, ca. 21 Euro, kostet. Da es von der Fahrt nicht viele Bilder gibt, bekommt ihr ein paar von dem urigen Campingplatz. Hier wird alles gesammelt, was andere wegwerfen.




In die Innenstadt von Calama werden wir gar nicht mehr gehen. Es ist eine Minenarbeiterstadt mit 160.000 Einwohnern ohne nennenswerte Sehenswürdigkeiten.

Außerdem ist es eine der trockensten Städte der Welt mit einer Jahresniederschlagsmenge von 0 mm.

Wir sitzen aber jetzt schon wieder auf dem Campingplatz und sind komplett unter einer schwarzen Wolkendecke verschwunden. Wir schaffen es auch noch, dass es in Calama regnet aber davon berichte ich dann später.

Grüße

Ps:
Und wenn jetzt dann irgendwann gar nichts mehr im Blog kommt könnte es daran liegen, dass mein Laptop langsam zerbröselt. Vorgestern ist das rechte Displayscharnier ausgebrochen es dürfte nicht mehr lange gehen, bis auch die andere Seite bricht. 5 Jahre Rüttelstraßen fordern irgendwann ihren Tribut.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen