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Samstag, 28. Februar 2015

Calingasta-Rodeo



Also ganz hat das mit dem Abendessen draußen dann noch nicht geklappt. Die obligatorischen 3 Tropfen kamen wieder. Bis wir dann drinnen gegessen hatten, war es auch schon wieder vorbei und wir konnten draußen gemütlich unseren Wein trinken. 

Und seit heute hat C. ein neues Hobby und zwar Schuhe durchsuchen. Wie es dazu kam, später mehr.



Wir sind ausnahmsweise mal schon um 10.00 Uhr weggekommen und hatten die Auswahl zwischen der Teerstraße 149 oder einer Schotterstraße in Richtung Norden. Weil wir beide Strecken nicht kennen, haben wir uns für die Teerstraße entschieden.

Hier nach den Ortsausgang von Calingasta führt die Straße am Rio San Juan entlang, eine traumhafte Strecke im Flusstal und links und rechts hohe Berge.






















Nach ca. 40 km geht die 149 links weg nach San Juan.

An der Polizeistation war allerdings niemand zu Hause.



Man kommt an wunderschönen bunten Gesteinsformationen mit unzähligen Kakteenarten vorbei.









Nach ca. 100km kommt man an diesen Kreisverkehr, mit Bypasspuren außen rum und innen durch, weil ohne diese Spuren das Verkehrsaufkommen von ca. 1 Fahrzeug in 10 Minuten kaum zu bewältigen wäre. Es verwundert, dass man keine Ampelkreuzung gebaut hat.



Als wir nach dem Kreisverkehr links weg in Richtung Rodeo gefahren sind, sah man schon von weitem auf der Fahrbahn was laufen konnte es aber zunächst nicht erkennen. Da man ja nichts überfahren will, habe ich das mal schön zwischen die Vorderräder genommen. Beim drüberfahren haben wir dann gesehen, dass das eine handtellergroße haarige Spinne ist. So ein gewaltiges Teil haben wir noch auf keiner unserer Reisen gesehen.

Und jetzt wisst ihr auch, wo das neue Hobby von C. her kommt.

Die Straße führt dann über den 2672 Meter Colorado Pass. Während es den ganzen Morgen sehr warm und absolut windstill war, merkte man hier schon wieder die Höhe an einem deutlich kühleren Wind, aber immer noch absolutes T-Shirt-und kurze Hosen-Wetter.

Vom Pass aus kamen dann im Hintergrund wieder die Schneeberge zum Vorschein.


Während wir da standen und die Landschaft bewunderten, wurde es unserem Auto schlecht. Es stand schon 2 Minuten mit abgestelltem Motor und fing dann plötzlich an, ganz komische Geräusche – wie ein Asthmatiker der sein Spray braucht – von sich zu geben. Dann musste es sich grün übergeben.
Laut Temperaturanzeige war die Karre gerade mal lauwarm aber irgendwie braucht der wohl nach einer Bergfahrt noch 2 Minuten Nachlauf, was jetzt erklärt, warum man die komische Schaltung eingebaut hat.
Zum Auto ist überhaupt mal als Zwischenfazit zu sagen, dass es von der Motorisierung her die größte Dreckskarre ist, die wir je im Urlaub hatten. Der 2,5l Diesel ist mit dem Aufbau komplett überfordert und der 1. Gang viel zu lang übersetzt. Steht man an der kleinsten Steigung, kommt man nur mit viel Gas überhaupt ins Rollen, was natürlich auf die Kupplung geht. Um einigermaßen vernünftig zu fahren, muss man den Motor ständig auf einer Drehzahl von mindestens 2000 U/min halten, darunter geht’s nur, wenn es leicht bergab geht. Den 6. Gang hätte man sich eigentlich sparen können.
Ein 3l Toyota-Diesel, wir im Hilux, wäre da wohl die bessere Alternative, der müsste sich mit dem Gewicht nicht quälen und der ließ sich mit 1200 U/min bequem im Sightseeingmodus fahren.
Der Oberhammer ist aber der eingebaute Partikelfilter. Nach maximal 20km mit einer Drehzahl zwischen 1500 und 2000 U/min fängt der Motor an zu sägen und verliert langsam komplett die Leistung. Beim Anfahren z.B. stirbt der Motor ohne einkuppeln beim Gasgeben einfach ab. Man muss dann 5 bis 6 kräftige Gasstöße bis zur Abregeldrehzahl geben, dann kommen riesige schwarze Wolken aus dem Auspuff und der Partikelfilter lässt wieder Luft durch, so dass die Karre wieder fahrbar wird. Uns wurde schon bei der Übergabe gesagt, dass wir immer wieder ein Stück über 3000 U/min fahren sollen, um den Filter freizublasen.


Jetzt frag ich mich, wo der Umweltnutzen eines Partikelfilters ist, wenn ich das Auto ständig in deiner Drehzahl bewegen muss, in der es 2 Liter mehr verbraucht als bei vernünftiger Fahrweise. Aber genau diese vernünftige Fahrweise geht mit dem Motor nicht.
Ja und dann noch die Lichtorgel im Armaturenbrett. Die Motorkontrollleuchte ging ja gestern schon an, aber das hatte man uns bei der Übergabe des Campers schon angekündigt und das hatte unser Nissan in Chile 2011 auch schon. Die zeigt irgendwann eine allgemeine Motorstörung an, was das dann ist, sagt sie nicht und aus geht sie erst, wenn man die Batterie abklemmt. Das habe ich gestern auch gemacht, aber dann muss man wieder die Uhr stellen, die Tageskilometerzähler sind alle auf 0 und das nervt.
Es hat dann genau 24 Stunden gehalten, dann ging die Leuchte heute wieder an. Das hätte ja nicht weiter gestört aber dann ging kurz danach eine weitere orangefarbene Warnleuchte mit einem uns völlig unbekannten Symbol an. In der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs, in der sämtliche Kontrollleuchten erklärt werden, gibt es dieses Symbol nicht, also gehen wir davon aus, dass es nichts bedeutet. Jetzt brennen also schon 2 Leuchten dauerhaft, mal schauen ob noch ein paar schöne Farben hinzukommen.


Das einzig wirklich gelungene ist der Aufbau. Der hat eine tolle Aufteilung und richtig viel Stauraum, aber da kann ja das Auto nichts dafür.








Vom Pass aus ging es dann wieder runter in Richtung Las Flores. Am Ortsrand rangierte gerade in Militär-LKW und wie wir uns näherten, sprangen irgendwelche Amazonen auf die Straße und winkten uns zur Seite. Es waren dann 4 wirklich hübsche Militärpolizistinnen, die uns da kontrollierten. Die Männer, die dabei waren, bauten während der Kontrolle erstmal die Kontrollstelle auf. Eigentlich war es ja die falsche Reihenfolge, normal ist, erst Kontrollstelle aufbauen und dann kontrollieren aber die Mädchen waren einfach neugierig auf den Camper. Wir mussten hinten aufmachen und die wollten innen dann alles ganz genau sehen. Jede Schublade und jedes Staufach und selbst der Kühlschrank wurde wohlwollend inspiziert. Die Kontrollbeamtin fand die Einrichtung perfekt.
Als sie dann aber auch vorne drin anfingen, alles zu zerlegen und selbst jede Zigarettenpackung auseinander nahmen fragte ich, nach was sie suchen und nach was wohl: nach Drogen. Nach einer kurzen Erklärung unserer Herkunft und einem Polizeibleistift des Einstellungsberaters erlahmte die Kontrollintensität schlagartig. Allerdings entdeckte sie dann auch den Bleistiftspitzer in Form eines Motorradhelmes und da wurden die Augen richtig glänzend. Da sie so hübsch war, C. gerade mit der Wohnungsführung mit der anderen hübschen beschäftigt war und sie überhaupt so nett schaute, habe ich ihn ihr halt geschenkt. Wenn C. da nicht gerade um die Ecke gekommen wäre, hätte ich wahrscheinlich noch ein Militärküsschen bekommen.
Mit fröhlichen Winken und Daumen hoch wurden wird verabschiedet. In Las Flores haben wir nichts gefunden, was uns als Stellplatz gefiel, weshalb wir weiter bis Rodeo gefahren sind.
Hier haben wir jetzt wieder einen Campingplatz mit sauberen Sanitäreinrichtungen und mit Strom für 90 argentinische Pesos, entsprechend (Dollar blue) rund 6 bis 7 Euro.


Sicher werden sich viele fragen, warum wir immer nach Campingplätzen Ausschau halten. Grund ist vor allem, dass wir Probleme mit dem Gasvorrat befürchten. Die chilenischen Gasflaschen kann man in Argentinien nicht füllen. Umgekehrt passen die argentinischen Flaschen nicht an das Fahrzeug. Sobald wir Strom haben, stellen wir den Kühlschrank, der sonst nur auf Gas läuft, auf Strom um und sparen dadurch natürlich Gas ein. Wir hatten ein deutsches Pärchen in Santiago gefragt, das gerade den Camper zurückgab, wie lange ihnen eine Gasflasche gehalten hat und bei denen waren es gerade mal 7 Tage. Bei 2 Flaschen und über 3 Wochen Aufenthalt in Argentinien schien uns das sehr knapp und deshalb sparen wir lieber Gas, als unseren Kaffee in den letzten Argentinien-Tagen kalt trinken zu müssen.