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Samstag, 4. April 2015

Taltal-Bahia Inglesa

Kirche in Taltal

Gestern Abend haben wir bei unserem Stellplatz noch einen Deutschen getroffen, der schon seit Monaten mit dem Fahrrad in Südamerika unterwegs ist. Da er von Süden kam und nach Norden wollte haben wir ihn gefragt, was es mit den Unwettern auf sich hatte.

Er sagte uns, dass die Unwetterregion eigentlich direkt in den nächsten Kilometern bei Taltal beginnt und bis Copiapó geht. Am schlimmsten hätte es den nächstgrößeren Ort, Chanaral, getroffen.

Wir haben uns dann mal informiert und mitbekommen, dass am Abend des 24.03.2015 heftige Regenfälle begannen, die auch am 25.03 andauerten. Es waren die schlimmsten Regenfälle seit 80 Jahren in der Region. Die ganzen Gebirgsbächlein wurden zu reißenden Flüssen und haben riesige Zerstörungen angerichtet.

Man spricht von 10.000 Häusern, die weggerissen wurden, etlichen Toten und vielen Vermissten.

Das sind für unsere weitere Strecke nach Süden keine guten Aussichten aber wir haben ja noch etwas Zeit. 
Als wir dann nach dem Frühstück nach Taltal reinfuhren, sahen wir die Bescherung gleich. Die meisten Straßen waren durch Militär abgesperrt und überall wurde Dreckweggeschaufelt. Wir wurden kreuz und quer durch den Ort geleitet. 

In der ganzen Region wurde der Notstand ausgerufen und das Militär für die Aufräumarbeiten eingesetzt.  

Als wir hier beim Kirchplatz standen haben wir eine Polizeistreife gefragt, wie wir weiter in Richtung Süden kommen. Dabei haben wir erfahren, dass die Zufahrtsstraße zur Ruta 5 verschüttet ist und wir die Küstenstraße nehmen müssten. 



Die konnte man dann allerdings nicht in Richtung Süden weiterfahren, weil sie auch kaputt war, sondern musste mehr oder weniger nach Taltal zurück. Nach 60 km und 2 Stunden standen wir somit oberhalb des verschütteten Stücks der Zufahrt nach Taltal und konnten nun zur Ruta 5 fahren.



Die Ruta 5 war dann eigentlich das erste Stück ganz in Ordnung, bis wir an eine Stelle kamen, wo sie über mehrere Kilometer komplett weggeschwemmt worden war. Man hat dort durch die Pampas eine Behelfsstraße geschaffen, so dass man das kaputte Stück umfahren konnte.











Als wir dann nach Chanaral kamen war dort ein fürchterliches Bild. Die Wassermassen haben Häuser, Lkw’s und Autos wie Streichhölzer weggespült und alles lag noch kreuz und quer. Die Stromversorgung funktionierte auch nicht und alle Leute liefen mit Mundschutz herum. An einigen Stellen wurden Lkw’s mit Hilfsgütern, vor allem Trinkwasser, entladen.





Nachdem wir uns erkundigt hatten, wie wir weiterkommen, sind wir sofort weiter gefahren, weil wir eigentlich keinen Katastrophentourismus machen wollten.


Gegen 16.00 Uhr waren wir in Calderas, einem sehr schönen Städtchen. Direkt dahinter liegt Bahia Inglesia, ein Touriort der Einheimischen, wo es einen Campingplatz geben sollte.

Den haben wir dann erstmal gesucht und wurden schließlich auf fündig. Für 10.000 Pesos hatten wir endlich wieder Strom für unseren Kühlschrank und eine kalt/heiße (entweder oder-mischen war nicht) Dusche.

Grüße

1 Kommentar:

  1. Das sind ja unglaubliche Bilder! Und dabei hattet ihr noch Glück, daß ihr nicht mitten in das Unwetter hineingeraten seid.

    Ich dachte bisher, solche schlimmen Naturkatastrophen mit vielen Toten gäbe es nur in den Hochanden, aber das war offenbar ein Irrtum. Die armen Menschen tun mir immer sehr leid, wenn so etwas passiert...

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